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Tanja Fuchs hat ihre gesunden Stammzellen gespendet

Do, 31.5.2018 | 15:37

Unsere 66. Lebensretterin heißt Tanja

Tanja Fuchs (34) aus Tirol hat gerade durch eine Knochenmarkspende ihre gesunden Stammzellen gespendet. Ihren berührenden Erfahrungsbericht findet ihr hier:

Meine Typisierung fand im Jahre 2011 beim Verein Geben für Leben statt und plötzlich im Jänner 2018 kam die Nachricht: Du passt! Du kommst als Spenderin in Frage! Die Nachricht kam überraschend (sehr positiv überraschend) von Frau Stockinger aus dem AKH Wien. Meine Ansprechpartnerin erklärte mir alles sehr genau und nahm sich für jede meiner Fragen Zeit. Frau Stockinger sendete mir ein Päckchen mit Infomaterial und einem Blutabnahme-Set per Post zu. Danach saß ich mit dem Blutabnahme-Set quasi schon beim Hausarzt. Nach der Blutabnahme und dem Postversand hieß es auf die Ergebnisse warten…

Ein paar Wochen später bekam ich von Frau Stockinger ein Mail, dass ich bis zu drei Monate für den Patienten reserviert bin. Wahnsinn! Es besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass ich einem Menschen eine zweite Chance geben darf. Ein paar Eckdaten des Patienten hat man mir bereits verraten. Meine Spende benötigt ein männlicher Patient in Italien. Danach hieß es wieder warten …

Mitte April bekam ich wieder einen Anruf von Frau Stockinger. Es war nun tatsächlich soweit, die Untersuchungen können beginnen. Frau Stockinger organisierte für mich alle Termine und so saß ich ein paar Tage darauf bei Frau Stockinger im AKH Wien. Im AKH Wien durfte ich dann auch Matea (62. Lebensretterin von Geben für Leben) kennenlernen. Somit konnte ich mir live ein Bild machen, welche Erfahrungen ich in nächster Zeit mit der Stammzellenspende machen darf.

Es kam aber anders als gedacht. Aufgrund der Distanz meines Wohnortes durfte ich dann ins AKB Gauting für meine Spende wechseln. Frau Dr. Menne, AKB Gauting, erklärte mir, dass es sich allerdings um eine Knochenmarkspende handeln würde. Da es sich um eine andere Vorgehensweise bzw. Art der Entnahme handelt, erklärte sie mir liebenswerterweise jedes Detail. Ich fühlte mich zu jeder Sekunde sehr gut aufgehoben. Solche Ärzte braucht die Welt. Ob Stammzellenspende oder Knochenmarkspende – für mich machte es keinen Unterschied – der Patient sollte die bestmöglichste Chance bekommen, die ich ihm geben kann. Zudem erhält man als Spender einen kostenlosen Gesundheitscheck.

Nun war es soweit und es kam DIE Mail: die SPENDEFREIGABE. Nun gab es kein Zurück mehr. Theoretisch schon, aber praktisch sollte sich jeder Spender bewusst sein, dass der Patient ab diesem Zeitpunkt keine Überlebenschance mehr hat. 8 bis 10 Tage vor der Stammzellentransplantation muss sich der Patient einer aggressiven Chemobestrahlung unterziehen. Sein Immunsystem wird zerstört.

Meine Familie und meine Freunde unterstützten mich emotional und auch organisatorisch, damit ich sorglos drei Tage im Krankenhaus AKB Gauting verbringen kann. Am Anreisetag wurde ich nochmals untersucht und eine Blutabnahme fand statt. Am nächsten Morgen ging es dann los: Krankenhaushemd an und ab in den Operationssaal. Das Narkosemittel wirkte rasch und gefühlt eine Sekunde später wachte ich auf Sandsäcken wieder auf. Im Gegensatz zum Patienten bzw. Empfänger sind es minimale Beschwerden, die man als Spender nach einer Knochenmarkspende verspürt. Was sind schon ein paar Tage Unannehmlichkeiten, im Gegensatz zu EINER CHANCE einem MENSCHEN das LEBEN zu RETTEN. Das Einzige, das ich jetzt noch tun kann, ist ganz fest die Daumen drücken, damit es meinem sogenannten genetischen Zwilling nach dieser Prozedur bald besser geht. Mein größter Wunsch wäre eine positive Nachricht vom Patienten nach ein paar Wochen oder Monaten.

Ich würde jederzeit wieder spenden. Ich kann jedem nur empfehlen, lasst euch typisieren und gebt einem erkrankten Menschen die Chance, den Überlebenskampf zu gewinnen. So eine einmalige, besondere und einzigarte Erfahrung macht man meistens nur einmal im Leben. Der Verein „Geben für Leben“, AKH Wien oder AKB Gauting … egal, wo die Spende und welche Art der Spende durchgeführt wird, ihr seid in besten Händen. Super Team. Sensationelle Ärzte. Sehr liebevoller Verein „Geben für Leben“, der bei einem oft nachfragt, wie es einem geht.

Bild: Unsere 66. Lebensretterin Tanja Fuchs aus Tirol - Download Foto

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