Ein Arbeitskollege erwähnte es beiläufig. Lukas hörte zu. Und irgendwann später – weil ein Wattestäbchen keine große Sache ist – ließ er sich online registrieren. Was er damals nicht ahnen konnte: Dieser spontane Moment sollte einer Frau in Südeuropa eines Tages neue Hoffnung geben.
Als der Anruf kam, dass er als potenzieller Spender infrage kommt, begann für den 30-jährigen Lukas ein Prozess, den er heute mit einer Mischung aus Staunen und Dankbarkeit beschreibt. Er selbst sagt:
„Was folgte, war eine großartige Betreuung. Am Telefon wurde ich sorgfältig über den Ablauf und die Risiken aufgeklärt. Die Organisation war der Wahnsinn – vom Hotel bis zum Taxi war alles bestens geregelt und ich wurde dort wirklich herzlich aufgenommen.
Als nach zehn Tagen die Rückmeldung kam, dass ich wirklich spenden darf, war die Freude groß! Die vier Tage vor der Spende hieß es: Spritzen setzen – morgens und abends in den Bauchbereich, um die Stammzellen ins Blut zu mobilisieren. Ich gebe offen zu: Das war die größte Überwindung für mich. Am zweiten Tag kamen ordentliche Rückenschmerzen und leichte Kopfschmerzen dazu, am Tag vor der Spende drückte die Milz merklich. Aber insgesamt war es sehr gut auszuhalten – ich hatte mir das ehrlich gesagt schlimmer vorgestellt! Kleiner Tipp von mir: Nehmt die Spritze unbedingt 30 Minuten vor der Anwendung aus dem Kühlschrank und wechselt morgens und abends zwischen der linken und rechten Bauchseite.
Um 08:00 Uhr morgens startete die Spende in Ulm. Ich wurde an die Maschine angehängt, habe Musik gehört und einen Film geschaut. Nach gerade einmal 4,5 Stunden war ich schon fertig. Nach der Spende war ich für zwei Tage ordentlich gerädert, aber schon ab dem dritten Tag fühlte ich mich wieder komplett fit.
Es war eine wunderschöne Erfahrung. Einem Menschen zu helfen und dabei so toll unterstützt zu werden, ist unbezahlbar. Hätte ich noch einmal die Möglichkeit zu spenden, ich würde es ohne eine Sekunde nachzudenken wieder tun! Bitte lasst euch registrieren. Es ist absolut keine Arbeit und vielleicht habt ihr ja auch das Glück, einmal Lebensretter sein zu dürfen.“
Lukas, Geben für Leben – Leukämiehilfe Österreich ist froh, dass du damals zugehört hast. Und noch froher, dass du Ja gesagt hast – für dich, und für einen Menschen, den du nie kennengelernt hast, dem du aber sehr viel gegeben hast. 💛
Titelbild: Lukas




