Alexandra (48) aus Satteins ließ sich bereits 2017 bei einer Typisierungsaktion in Rankweil als Stammzellspenderin registrieren. Sie schenkte einer Frau aus Südeuropa neue Hoffnung auf Leben.
Hier ein paar berührende Zeilen von Alexandra:
„Eine entfernte Verwandte meines Mannes ist an Leukämie verstorben. Sie ist trotz erfolgter Stammzellenspende viel zu früh von uns gegangen. Das war für mich einer der Beweggründe, mich im März 2017 in einem Kinderbekleidungsgeschäft in Rankweil bei einer Aktion typisieren zu lassen. Ein Wangenabstrich – und das war es. Fast genauso schnell, wie die Typisierung dauert, vergisst man sie auch wieder.
Siebeneinhalb Jahre später wurde ich durch einen Anruf wieder an meine Typisierung erinnert. Ich könnte eine mögliche passende Spenderin sein, und ob ich nach wie vor bereit wäre, dies zu tun, war der Gesprächsinhalt. Keine Frage – natürlich bin ich dazu bereit! Schon drei Tage später hatte ich meine Blutabnahme bei der Hausärztin. Dann passierte drei Monate nichts. Wobei das nicht ganz richtig ist. In dieser Zeit haben meine Familie und ich uns mehr und mehr mit der Stammzellenspende an sich beschäftigt, und das Thema nahm einen nicht unerheblichen Teil unserer Gespräche ein. Am Schluss regierte immer das Prinzip Hoffnung. Mag die Chance noch so klein sein – es gilt, sie zu nutzen.
Im Dezember kam wieder einmal eine Nachricht: Man habe vom Patientenkrankenhaus nichts mehr gehört, und es könne sein, dass man sich für einen anderen Spender entschieden habe. Das war ehrlich gesagt ein wenig ernüchternd, nachdem man sich schon so intensiv damit auseinandergesetzt hatte.
Im Januar wurde ich dann informiert, dass mich das Patientenkrankenhaus bis April „reserviert“ hat.
Am Tag darauf kam ein Anruf – jetzt müsse es schnell gehen, und der Termin für die Voruntersuchung wurde fixiert. Drei Wochen später fand diese in Ulm statt. Einen ganzen Tag lang wurde ich in der Uniklinik durchgecheckt. „Alles bestens“, erfuhr ich zwei Tage später, und der Termin zur Stammzellenspende wurde für zwei Wochen danach angesetzt. Ich erhielt zum einen die Auflage, keinesfalls krank zu werden, und zum anderen eine ganze Ladung Spritzen, die ich mir zur Stimulation der Stammzellenproduktion verabreichen „durfte“. Ein bisschen Gliederschmerzen und leichte Kopfschmerzen waren bei der Vorbehandlung die einzigen „Beschwerden“.
Hervorragend organisiert fuhren mein Mann, unsere achtjährige Tochter und ich nach Ulm, wo wir wunderbar untergebracht wurden, um am nächsten Morgen frisch und ausgeruht zur Stammzellenspende schreiten zu können. Wobei – ehrlich gesagt – allzu viel Schlaf habe ich vor lauter Fragen in meinem Kopf nicht gefunden.
In der Uniklinik angekommen, wurde nochmals kurz ein Blutbild gemacht, und dann wurde ich an die Maschine angeschlossen. Die sechs Stunden, die für diese Spende benötigt wurden, verliefen bei mir sehr ruhig – um nicht zu sagen langweilig.
Nach der Stammzellenspende wurde abermals ein Blutbild gemacht, um zu überprüfen, ob alles in Ordnung ist, bevor ich entlassen wurde. Auf dem Heimweg und zu Hause merkte ich zunehmend die Müdigkeit. Das Ganze ist schon eine gewisse Belastung für den Körper. Ich möchte aber festhalten, dass dies Jammern auf hohem Niveau ist, wenn man bedenkt, wie es dem Patienten wohl gehen mag. Es ist ein geringer Preis für das, was mit der Stammzellenspende bewirkt werden kann.
Am nächsten Tag wurde ich kontaktiert mit der Nachricht, dass die Stammzelltransplantation bei meinem genetischen Zwilling bereits erfolgt sei. Das alles nur dank Institutionen wie „Geben für Leben“, die sich aufopfern, möglichst viele Spender zu finden.
Stammzellenspenden retten Leben – lasst euch typisieren!„
Liebe Alexandra, was du getan hast, ist schlichtweg bewundernswert. Mit deinem Einsatz hast du nicht nur Stammzellen gespendet, sondern Hoffnung, Zuversicht und Leben. Danke für deinen Mut und dein großes Herz.
Foto: Alexandra





