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Burgenländer spendet Stammzellen für ein Kind aus Mitteleuropa

Mo, 2.5.2022 | 09:26

Unser 308. Spender ist Michael aus dem Burgenland

Michael (41) kommt aus Traudorf an der Wulka. Mit seiner Stammzellspende hat er einem Kind aus Mitteleuropa und seiner Familie wieder Hoffnung auf Leben geschenkt. 

"Auf das Thema „Stammzellen-Spende“ bin ich zufällig durch Aufrufe in der lokalen Zeitung oder in Social-Media gekommen. Hauptsächlich berührten Kinder mein Herz, die einen Spender suchten. Ich bin dann auf “Geben für Leben” gestoßen und somit auch auf die Typisierungsaktionen. Eine davon fand im Dezember 2019 im Rahmen der Weihnachtsfeier des SK Rapid Wien im Stadion statt, wo ich mich dann registrierte.

Ein Jahr später, im Dezember 2020, bekam ich erstmals die Info, dass ich als Spender in Frage kommen würde. Anfangs war ich etwas überrascht, da ich nie damit rechnete bzw. keine Ahnung hatte, was da auf mich zukommen könnte. Nach einer genaueren Blutuntersuchung wurde ich mal „reserviert“. Eine Spende war dann aber nicht nötig und somit verschwand das Thema für mich wieder.

Dies änderte sich wieder ein Jahr später. Ende 2021 erhielt ich während eines Familienausfluges die Info, dass erneut eine Stammzellspende angefordert wurde. Nach meiner Zusage, natürlich noch immer zur Verfügung zu stehen, ging es dann bald los. Es erfolgten Gespräche mit “Geben für Leben” und der erste Kontakt mit der Univ.-Klinik in Graz. Dabei wurden die ersten Details besprochen, sowie die Termine für die Voruntersuchung und die Stammzellspende ausgemacht.

Bald fanden in Graz die Voruntersuchungen statt. Diese dauerten ca. drei Stunden und wurden vorab gut organisiert. Nach einem ausführlichen Gespräch erhielt ich vor Ort die Injektionssets und fuhr erst mal wieder heim. Vier Tage vor der Spende begann ich wie ausgemacht mit den Spritzen.

Die befürchteten Nebenwirkungen hielten sich in Grenzen, sodass ich eigentlich kaum eingeschränkt war. Lediglich am vorletzten Abend waren die Gelenks- und Muskelschmerzen etwas unangenehmer. Nachdem ich aber sehr gut darauf vorbereitet wurde, war ich dabei eigentlich recht entspannt. Dann wurde die Stammzellenspende durchgeführt. 

Ich reiste mit meiner Frau dazu einen Tag früher nach Graz. Wir nutzten dies für eine kleine Stadtrunde und ein gemütliches Abendessen. Die Anfahrt zur Klinik war dadurch auch nur kurz. Je näher wir dann zur Univ.-Klinik kamen, desto mehr stieg dann doch etwas die Anspannung.

Diese wurde jedoch vom ärztlichen Fachpersonal (Ärzte/Ärztinnen, Pfleger/Pflegerinnen) auf sympathische Art neutralisiert. Sie strahlten eine Ruhe und Gelassenheit aus und es wurde jeder Schritt genau erklärt. Somit fühlte ich mich gut aufgehoben.

Zu Beginn, als ich an den Zellseparator angeschlossen wurde, war alles recht spannend. Mit großem Interesse beobachtete ich das professionelle Geschehen rund um mich herum. Eine gewisse Anspannung kann ich nicht abstreiten. Aber es war OK. Danach hieß es für mich eigentlich nur warten und laufen lassen.

Der Vorgang selbst dauerte ca. 3,5 Stunden. Klar gab es den einen oder anderen nicht so angenehmen Moment. Dies war alles aber im erträglichen Bereich. Außerdem war immer jemand in der Nähe, der nach dem Rechten sah oder sich erkundigte, ob man etwas benötigte.

Hauptsächlich war da aber der Gedanke, jemandem damit helfen zu können. Dieses Gefühl wurde mit fortlaufender Dauer, während sich der Beutel mit den Stammzellen füllte, immer besser. Auch die zustimmenden Aussagen über den Erfolg der Aktion förderten dieses Gefühl.

Nach der Spende konnte ich das Bett relativ rasch und ohne längerfristig merkbare Nebenerscheinungen verlassen. Lediglich die Arme waren anfangs etwas „steif“. Noch vor 13 Uhr verabschiedeten wir uns voneinander. Danach konnte ich dankbar und mit einem guten Gefühl, für jemanden etwas Gutes getan zu haben, die Heimreise antreten.

Ich möchte mich hier beim Team von “Geben für Leben” bedanken. Es war immer nett, mit euch zu plaudern und bei Rückfragen wart ihr immer erreichbar. Danke auch dafür, dass ihr euch so sehr für das Wohl der Menschen einsetzt.

Herzlichen Dank auch an das Team der Universitätsklinik für Blutgruppenserologie und Transfusionsmedizin in Graz. Ich fühlte mich von der ersten Sekunde an in guten Händen. Danke auch für euer tägliches Engagement, Menschen zu helfen und für sie da zu sein. Ebenfalls Danke an meine Frau, an meine zwei Jungs und an alle, die mich währenddessen unterstützt haben.

An den Empfänger meiner Spende: Ich wünsche dir alles Liebe und erdenklich Gute für einen schnellen, aber vor allem positiven Heilungsverlauf bzw. dass du vollkommen gesund wirst. Ich wünsche dir und deiner Familie eine schöne und sorgenfreie Zukunft.

Zum Ende noch ein Aufruf, wenn es möglich ist, sich registrieren und typisieren zu lassen: Es überwiegen hier wirklich nur die positiven Aspekte. Zum einen ist es eine wunderbare Erfahrung, mit einem guten Gefühl jemandem geholfen zu haben. Des Weiteren lernt man viele nette Menschen kennen, die sich zum Wohle anderer Menschen einsetzen. Sie werden mir immer in guter Erinnerung bleiben. Aber vor allem kann man hierbei mit wenig eigenem Aufwand jemandem neue Hoffnung oder vielleicht noch viel mehr schenken… Danke und Alles Liebe :)".

Lieber Michael, vielen Dank für die lieben Worte und deinen großartigen Einsatz für einen kranken Menschen!

Bild: Unser 308. Lebensretter Michael bei der Stammzellspende - Download Foto

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