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Junge Feldkircherin spendet Stammzellen an Mann aus Mitteleuropa

Mi, 7.10.2020 | 15:18

Unsere 197. Spenderin ist Patrizia aus Vorarlberg

Patrizia (25) aus Feldkirch ließ sich für einen Mann aus der Region typisieren. Nun spendete sie ihre Stammzellen an einen schwerkranken Mann aus Mitteleuropa.

"Im Jahr 2017 hatte ich mich in Viktorsberg bei der Typisierungsaktion für Albuin typisieren und registrieren lassen, nachdem ich in den Medien einen Aufruf dazu gesehen hatte.

Drei Jahre vergingen und ich hatte schon gar nicht mehr daran gedacht, als ich im März dieses Jahres plötzlich eine Nachricht von Susanne Marosch erhielt, dass ich als Spenderin für einen Leukämie-Patienten in Frage komme. Sie informierte mich dann in einem Telefonat über den Ablauf und wenige Tage später erhielt ich zwei kleine Pakete für die Bestätigungstypisierung.

Mit diesen Paketen, die das Equipment für weitere Blutproben enthielten, ging ich dann zu meinem Hausarzt und noch am gleichen Tag wurden die Proben dann von einem Kurier bei mir zuhause abgeholt. Zeitgleich füllte ich auch nochmals einen Gesundheitsfragebogen aus, welchen ich dann zurück an Geben für Leben geschickt habe.

Einige Zeit später erhielt ich eine Nachricht, dass ich nun für besagten Patienten reserviert sei. Die Reservierung blieb bis Ende Juni aufrecht, dann bekam ich ein E-Mail, dass sie nun abgelaufen sei. Ich wurde ja vorab darüber informiert, dass es durch die Reservierung nicht zwangsläufig zu einer Spende kommen muss, da möglicherweise ein anderer Spender noch besser passt oder der Gesundheitszustand des Patienten einfach keine Spende zulässt. So machte ich mir dann noch Gedanken darüber, was wohl der Fall sein würde und hoffte für den Erkrankten, dass ersteres der Fall ist.

Plötzlich klingelte dann im August mein Telefon und ich las den Namen von Susanne, die Nummer hatte ich ja mittlerweile eingespeichert. Tatsächlich teilte sie mir dann mit, dass es jetzt wohl so weit sei, dass das Transplantationszentrum froh um meine Spende wäre. Wir besprachen dann, wie die weitere Vorgehensweise ausschaut und was es zu beachten gibt. Weitere Informationen dazu erhielt ich dann von der Bayerischen Stammzellbank in Gauting, wo dann auch die Voruntersuchung stattfand.

Bei dieser Untersuchung wurde von Kopf bis Fuß alles an mir durchgecheckt, von Ultraschall über Röntgen bis hin zur Kontrolle, ob ich auch ja nicht an Fußpilz leide ;) Hierzu war ich einen Tag in Gauting, dort fand auch nochmals eine detaillierte Aufklärung durch super nette Ärztinnen statt.

Vier Tage später erhielt ich die Spenderfreigabe und konnte kurz darauf mit der Vorbereitung auf die Spende beginnen. Diese bestand daraus, dass ich mir vier Tage vor der Spende zweimal täglich einen Botenstoff in die Bauchfalte spritzen musste, um die Stammzellproduktion anzuregen. Abgesehen von einem Ziehen im unteren Rücken und im Rippenbereich, hatte ich keinerlei Nebenwirkungen oder Beeinträchtigungen. Auch das Spritzen selbst ging nach einem anfangs eher befremdenden Gefühl unerwartet gut. Niemals hätte ich zuvor gedacht, dass ich mir selbst eine Nadel in den Bauch stechen könnte, auch wenn sie noch so klein wäre. 

Im September fuhr ich dann mit meinem Vater nach München, um tags darauf dann meine Stammzellen zu spenden. Wir wurden in einem Hotel keine fünf Gehminuten vom Blutspendedienst einquartiert. Dort übernachteten wir und frühstückten dann ausgiebig, bevor ich mich um ca. 07:45 Uhr auf der gemütlichen Liege beim BSD mit Schläuchen in beiden Armen wiederfand.

Während dann das Blut auf der einen Seite heraus, durch eine Zentrifuge, die die Stammzellen herausfilterte, und dann auf der anderen Seite wieder in meinen Körper hinein floss, schaute ich mir Fernsehserien an und dachte darüber nach, was das wohl für ein Mensch ist, der nun tatsächlich meine Stammzellen erhalten würde.

Kurz nach Mittag waren dann genug Stammzellen abgesammelt worden und ich wurde von der Maschine und den Schläuchen „befreit“. Es ging dann noch einige Zeit, bis das entnommene Präparat untersucht und freigegeben war und ich entlassen werden konnte. In der Zwischenzeit konnte ich mich mit Snacks und Getränken in der Kaffeeküche des BSD wieder etwas stärken.

Am späteren Nachmittag konnten wir dann die Heimreise antreten und ich war dann doch müde und froh, endlich ins Bett zu kommen. Erst als ich dann da lag, bekam ich ein unbeschreibliches Gefühl und mir wurde klar, was ich an diesem Tag eigentlich getan hatte. Möglicherweise hatte ich heute einem Menschen das Leben gerettet.

Meiner Meinung nach ist es ein Geschenk, gesund zu sein. Ich denke jeder, der dieses Geschenk erhalten hat, sollte nicht zögern und sich typisieren lassen. Mit ein wenig Glück kann man dieses Geschenk dann nämlich recht einfach mit jemandem teilen! J"

Liebe Patrizia, vielen Dank für Deinen großartigen Einsatz und diesen wunderschönen Nachbericht!

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