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Junger Mann aus Tirol spendet gesunde Stammzellen nach Nordamerika

Do, 9.4.2020 | 11:18

Unser 169. Spender heißt Lukas

Lukas (18) kommt aus Imst in Tirol und er ist unser 169. Lebensretter. Er ließ sich 2018 bei unserer großen Aktion mit dem Rotary Club im Restaurant Trofana in Mils typisieren. Seine Spende ging an einen Mann aus Nordamerika. Hier ist sein Erfahrungsbericht. 

"An einem gewöhnlichen Schultag, nicht viel aufregender als jeder andere, erfuhr ich von einem meiner Professoren von einer Spender-Aufrufaktion in meiner Umgebung, anlässlich eines neuerlich an Leukämie erkrankten Kindes. Mein Professor rief die gesamte Klasse auf, sich doch möglichst typisieren zu lassen. Begeistert von dieser Idee marschierten meine Schwester und ich geradewegs zu besagtem Ort in meiner Umgebung und ließen uns typisieren.
Als ich nur Monate später erfuhr, dass es tatsächlich jemanden gibt, der meine Stammzellen brauchen könnte war ich aufgeregt. Es dauerte einige Zeit, bis der Patient transplantfähig war und ich die Nachricht bekam, dass ich nun wirklich spenden könnte, wenn ich das denn überhaupt noch wollte. Ob ich überhaupt noch spenden wollte? Komischerweise stellte sich mir diese Frage nie. Ich hatte sie mir bereits beantwortet, bevor ich mich typisieren ließ, als ich von jenem leukämiekranken Kind erfuhr. Ich dachte nicht daran, einem Menschen in Not diese Hilfe zu verweigern und einfach den Schwanz einzuziehen. Aus meiner Sicht war es egoistisch und falsch – darüber hinaus war es auch eine willkommene Ausrede, mich vor der Schule zu drücken.
 Nach Absprache mit der Bayrischen Stammzellenbank fuhr ich also in Begleitung meiner Schwester mit dem Zug nach Gauting zur Voruntersuchung. Alles verlief reibungslos und das einzig Negative, was ich von diesem Tag mitgenommen habe, war ein rechtsradikaler Taxifahrer, der mir mit seiner Nazi-Hetze derartiges Unbehagen bereitete, dass ich kotzen wollte. Das Personal in der Asklepios Klinik in Gauting ist hingegen sehr nett und man muss auch keine Angst haben, nichts zu Essen zu bekommen – man wird dort herzhaft verpflegt und hinreichend über die Spende aufgeklärt.
Die Mobilisierung verlief ohne Komplikationen und mit überraschend wenig Nebenwirkungen. Ich hatte kein Problem, mir die Spritzen selbst zu verabreichen, ließ mich jedoch beim ersten mal von einer Krankenschwester einweisen.
Die Apherese selbst war ebenfalls überraschend problemlos. Es dauerte zwar etwas mehr als fünf Stunden, bis genügend Stammzellen gesammelt wurden, doch ich störte mich nicht lange daran. Ich schaute Filme oder schlief währenddessen. Ich spürte auch danach nichts – mir war weder schwindlig noch sonst in irgendeiner Weise unwohl und bis jetzt geht es mir immer noch genau so gut wie vorher.
Es war also alles halb so schlimm und ein sehr kleiner Preis, wenn man bedenkt, dass man die Chance bekommt, einem Menschen das Leben zu retten. Im Nachhinein kann ich sagen: Ich würde mich wieder genauso entscheiden.

Lieber Lukas, vielen Dank für Deinen großartigen Einsatz und den berührenden Erfahrungsbericht. 

Bild: Unser 169. Lebensretter Lukas bei der Stammzellspende - Download Foto

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